Inhaltsverzeichnis
  1. Windows Server 2022 veröffentlicht 2
  2. Windows Druckserver Exploit - Print Nightmare (gefixt) 3 - 5
  3. Warum Exchange Server nicht mehr zeitgemäß sind 6 - 7
  4. Exchange DSGVO Meldung? 8 - 9

Windows Server 2022 veröffentlicht

#Microsoft gab heute den Supportbeginn für Windows #Server 2022 LTSC bekannt. Damit bekommt sollte man, wenn man einen Server kauft, vom Hersteller auch eine passende OEM-Lizenz bekommen (Standard enthält auch hierbei Lizenzen für die Windows Betriebssysteme von 2 virtuellen Maschinen, Datacenter für beliebige viele VMs, die auf dem Host laufen.

Server 2022 ist besser in die Azure Cloud integriert, so dass beispielsweise Hybrid-Szenarien (einige Server lokal, der Rest in der Cloud) vereinfacht wurden.

Zudem setzt die Server GUI etwa auf dem Stand auf, wie Windows 10 Version 21H2. Es steht aber ein neuerer Kernel-Build zur Verfügung (20348). Das für Windows 10 geplante, aber wegen Windows 11 nie veröffentlichte Ferrum Release trägt beim Server noch diesen Namen.

Wenn Volumenlizenzen mit einer Software-Assurance vorliegen, ist ein Inplace Upgrade technisch möglich. Bei dem OEM-Versionen nur dann, wenn man innerhalb von 90 Tage nach Kauf eine SA dazugebucht hat, die aktiv bleiben muss für das Upgrade.

Es ist zu erwarten, dass Microsoft die Installations-Images auch für das Deployment von Servern in Microsoft Azure bereitstellt. Somit können Admins entscheiden, ob Sie in Azure einen neuen Server 2019 oder einen Server 2022 aufsetzen (im IaaS-Betrieb).

Fakten-Überblick:

LTSC-Version (Long Term Service Channel), Sicherheitsupdates 1x pro Monat, Start-build: 20348.169 (ferrum Release). Neue Funktionen, GUI aktualisiert, entspricht etwa Windows 10 21H2. Lizenzmodell wird beibehalten (OEM oder Volumenlizenzen, alles aber nur als LTSC Versionen), Supportzeit auf 5 Jahre verkürzt, Sicherheitsupdates nach wie vor 10 Jahre). Supportende ist: 13.10.2026, Updates bis 14.10.2031

Windows Druckserver Exploit - Print Nightmare (gefixt)

Updates verfügbar: 07.07.2021

Microsoft hat außerplanmäßig das Update KB5004945 und andere Updates bereitgestellt. Stand 8.7. auch für Server 2016 und alte Windows 10 Versionen. Diese schließen die #Print-Nightmare Lücke. Die Updates werden allerdings nur für alle Produkte, die noch nicht "end of life" sind, unterstützt (auch wenn in der Liste Fixes für ältere Betriebssysteme gelistet werden). Windows 7 PCs und Server 2008 R2 bleiben damit grundsätzlich ungeschützt, es sei denn man hat das ESU (extended Support Abo) gebucht. Auf diesen Systemen sollte kein Druckdienst gestartet sein. Wer Sitzungsdrucker unter RDP oder Citrix über den Windows Druckserver auf Server 2008 R2 Basis betreibt, sollte jetzt erst recht über eine Cloud Migration (bei IaaS Installation auf Azure 2019 Servern) nachdenken. Denn dort werden in der Regel nur Betriebssysteme eingesetzt, die aktuell bzw im erweiterten Support sind.

Zusätzlich wichtig (weil sich die Lücke sonst trotz Patches ausnutzen lässt):

In der Registry unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows NT\Printers\PointAndPrint sicherstellen, dass die folgenden Einträge nicht vorhanden – standardmäßig der Fall - beziehungsweise deaktiviert sind:

  • NoWarningNoElevationOnInstall = 0 (DWORD) oder nicht vorhanden
  • UpdatePromptSettings = 0 (DWORD) oder nicht vorhanden

In allen #Windows Betriebssystemen (für Clients und Server) steckt eine neue #Sicherheitslücke, die bisher noch nicht geschlossen wurde. Betroffen sind alle Server und auch PCs und Notebooks, wo der Dienst "Druckwarteschlange" gestartet ist. Damit kann ein Angreifer ohne Adminrechte schadhafte Bibliotheken und Schadcode in das System schleusen (und ausführen). Microsoft stuft die Lücke als kritisch ein und empfiehlt den Druckspooler (Druckwarteschlange) Dienst zu deaktivieren - was nicht zielführend ist. Schließlich kann dann nicht mehr über den Server gedruckt werden.
Update: Mittlerweile hat Microsoft die Lücke als kritisch auf einer Skala von 1 bis 10 mit 8.1 eingestuft. Mit einem offiziellen Patch ist nicht vor nächstem Dienstag, dem Juli-Patchday 2021 zu rechnen.

Möglicher Workaround (Sysko in Eigenverantwortung)

Es gibt aber auch einen Workaround, der den Zugriff auf den Druckserver sperrt. Damit soll weiterhin gedruckt werden können. Möchte man eine Konfigurations-Änderung am Druckserver vornehmen (also zum Beispiel einen neuen Drucker installieren oder eine Einstellung ändern), muss man die Änderung wieder zurücknehmen. Das Ganze gilt, solange bis Microsoft einen Notfall Patch liefert.

Die benötigten (administrativen) Powershell-Skripte hier (Benutzung auf eigenes Risiko, Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen)

$Path = "C:\Windows\System32\spool\drivers"

$Acl = (Get-Item $Path).GetAccessControl('Access')

$Ar = New-Object  System.Security.AccessControl.FileSystemAccessRule("System", "Modify", "ContainerInherit, ObjectInherit", "None", "Deny")

$Acl.AddAccessRule($Ar)

Set-Acl $Path $Acl

und zum Deaktivieren der Sperre:

$Path = "C:\Windows\System32\spool\drivers"

$Acl = (Get-Item $Path).GetAccessControl('Access')

$Ar = New-Object System.Security.AccessControl.FileSystemAccessRule("System", "Modify", "ContainerInherit, ObjectInherit", "None", "Deny")

$Acl.RemoveAccessRule($Ar)

Set-Acl $Path $Acl

Fix for PrintNightmare CVE-2021-34527 exploit to keep your Print Servers running while a patch is not available

Fabio Viggiani, Blog-Artikel

Funktionsweise eines Angriffs

Im Prinzip stehen einem Angreifer an jedem Gerät Angriffspunkte zur Verfügung, wo der Druckerwarteschlangen Dienst läuft. Das ist ab Werk auf allen Windows Clients - unabhängig von der Version der Fall und auf Druckservern. Wie ein Angreifer diese Geräte erreicht, steht auf einem anderen Blatt – meistens indem er Benutzer in Mails oder Webseiten auffordert, auf irgendwas zu klicken. Das angeklickte Schadprogramm wird dann im Benutzerkontext ausgeführt und greift als erstes alle Systeme an, wo der Druckdienst läuft. Hier werden dann Schadprogramme injiziert und verschlüsseln zB alle Daten.

Bis zum Patchday bzw. bis ein Fix zur Verfügung steht, ist es also eine Risikoabwägung, ob man den Workaround nutzt und nachher wieder deaktiviert (auch hier können Nebenwirkungen entstehen) oder das Risiko eingeht, dass etwas eingeschleust wird.

Support: Nein

Dieser Artikel soll Sie über diese kritische Sicherheitslücke informieren. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir den Workaround nicht in Ihrem Auftrag auf all Ihren Systemen für Sie ausführen werden. Erfahrene Systemkoordinatoren müssen selbst abschätzen, inwieweit die Möglichkeit für sie Sinn macht und können dann eigenverantwortlich tätig werden.


Warum Exchange Server nicht mehr zeitgemäß sind

Bereits im März und im April wurden in den Server Produkten kritische geschlossen. Die als betitelten Angriffe auf Server weltweit machten Schlagzeilen und sorgten für zahlreiche Schäden und Ausfälle.

Exchange 201x versus Exchange online

Bei Einsatz und Betrieb eines Exchange Servers im eigenen Hause ist der IT-Administrator für das manuelle Installieren der Sicherheitsupdates auf den Servern verantwortlich. Im Gegensatz zu den halbautomatisch (nur installieren und neu starten) durchführbaren Windows Updates erfordert die Installation von Exchange Patches größere Wartungsfenster und sie müssen komplett von Hand heruntergeladen und installiert werden. Vielfach sind mehrere Updates und Neustarts des Exchange Servers erforderlich.

Mit dem Online Dienst „Exchange online“ kümmert sich Microsoft um alle Updates der Plattform. Die Erfahrung hat gezeigt, dass erkannte Sicherheitslücken dort 2-3 Wochen eher geschlossen sind, bevor sie in den Medien publik werden.

Mit Skykick Backup lassen sich auch Langzeit-Sicherungs- und Aufbewahrungs-Szenarien abbilden, so dass auch die Datenmengen in der Bandsicherung von veeam signifikant reduziert werden und die Nachtsicherung schneller fertig ist.

Kritische Sicherheitslücken auch im Mai 2021 geschlossen

Am Dienstag (gestern) um 1900 Uhr war wieder Patchday. Wieder wurden kritische Lücken geschlossen. Wie auch im April gab es KEINE Updates mehr für den Exchange Server 2010. Wer ein solch altes Produkt noch im Einsatz hat, handelt vorsätzlich und Versicherungen kürzen die Leistungen im Schadenfall rigoros.

Die aktuellen Mai-Updates setzen wieder voraus, dass der Exchange Server den Update-Stand von April bereits hat, ansonsten müssen auch die Updates von April zuvor installiert werden. Das sind:

Exchange Server 2013 CU23
Exchange Server 2016 CU19 and CU20
Exchange Server 2019 CU8 and CU9

Quelle: Microsoft Security Blog

Fazit

Das Risiko, Opfer eines Angriffs mit einem Exchange Server im Hause zu werden ist, mit allen Konsequenzen auch im Datenschutz- und strafrechtlichen Bereichs kritisch. Unternehmen sollten umgehend auf Exchange online in Verbindung mit Skykick Langzeitsicherung umstellen. Auch im Mai gilt wieder: Alle Exchange online Kunden sind nicht betroffen. Stellen Sie auf Exchange online um, um die Sicherheit zu erhöhen.


Exchange DSGVO Meldung?

Am 04. März berichteten wir über die von am 03. März für alle Server geschlossene, kritische . Die Lücke ist sehr gefährlich und wird weltweit massenhaft von Hackern ausgenutzt. Wir hatten darüber auch in einem Sondernewsletter zeitnah informiert.

Betroffen sind alle Betreiber von Exchange Servern im eigenen Hause und Kunden, die Ihren Mailserver in einem Rechenzentrum untergestellt haben (Housing). Leider haben immer noch viele Administratoren nicht reagiert und es gibt weiterhin ungepatchte Server. Nur Kunden mit Exchange online sind nicht betroffen.

Q: Wie finde ich heraus, ob ich schon Exchange online habe?
A: Rufen Sie unten stehende Seite auf und geben Ihren E-Mail-Domainnamen ein. Kommt als Antwort beim Domainnamen mail.protection.outlook.com oder bei der IP-Adresse Microsoft Corporation vor, nutzen Sie den Microsoft Online-Dienst Exchange online. Zusätzlich müssen Sie noch herausfinden, dass bei Ihren Servern im Hause kein Exchange Server in Betrieb ist (möglicher Hybridbetrieb).

https://mxtoolbox.com/SuperTool.aspx

Nun schalten sich die Datenschutzbehörden ein. Nach der Datenschutz-Grundverordnung besteht in vielen Fällen eine Meldepflicht gemäß Art. 33 . Die für den Verzicht auf die Meldung maßgeblichen Feststellungen, d. h. insbesondere die kompletten Untersuchungen des Mail-Servers und seiner Verbindungen ins übrige Netzwerk des Unternehmens sind umfassend zu dokumentieren.

In der Praxis bedeutet das im Falle Exchange Server 2010/2013/2016/2019:

  • Wenn festgestellt wurde, dass eine Kompromittierung und Zugriffe auf die Mailboxen erfolgt ist
  • oder wenn die notwendigen Patches nach dem 09. März 2021 installiert wurden
  • und wenn nicht dokumentiert werden kann, dass kein erfolgreicher Zugriff erfolgt ist

besteht Meldepflicht und Unternehmen müssen sich quasi selbst anzeigen.

Erste Indizien und Unterstützung zur Dokumentation liefert dieses Microsoft Powershell Script in diesem Zusammenhang. Zusätzlich muss das Microsoft Support Emergency Response Tool heruntergeladen, installiert und ausgeführt werden. Ein aktueller Kaspersky Virenscanner meldet auch einen stattgefundenen Befall. Ob die Werkzeuge ausreichen, um hinreichend gegenüber den Datenschutz-Behörden zu dokumentieren, lässt sich nur von Juristen und Datenschutzbeauftragten beantworten.

Für weitere Details zu den Datenschutz-Themen wenden Sie sich bitte an Ihren verantwortlichen Datenschutz-Beauftragten.