Tech-Nachrichten

Office

1 Beiträge · 17.10.2026

1 Beiträge452 Wörterca. 3 Min. Lesezeit1 Kategorie

Kategorie: Office · Sortierung: date

Inhaltsverzeichnis

Kategorie: Office · Sortierung: date
  1. Microsoft macht Passkeys zur Standard-Anmeldemethode

Microsoft macht Passkeys zur Standard-Anmeldemethode

Office · 15.07.2026

Microsoft treibt die passwortlose Anmeldung weiter konsequent voran: Ab dem 1. September 2026 werden Passkeys schrittweise zur Standard-Anmeldemethode in Microsoft Entra ID. Unternehmen sollten sich frühzeitig auf diese Änderung vorbereiten, denn sie betrifft Millionen von Benutzern, die bisher ihre Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) per SMS oder Sprachanruf durchführen.

Was ändert sich?

Bislang konnten Anwender zwischen verschiedenen MFA-Methoden wählen, beispielsweise:

  • SMS-TAN
  • Sprachanruf
  • Microsoft Authenticator
  • FIDO2-Sicherheitsschlüssel
  • Passkeys

Ab September 2026 geht Microsoft einen weiteren Schritt Richtung passwortlose Anmeldung. Benutzer, die bisher SMS oder Telefonanruf als zweiten Faktor verwenden, werden automatisch für Passkeys freigeschaltet. Bei ihrer nächsten MFA-Anmeldung werden sie aufgefordert, einen Passkey einzurichten.

Die Einführung erfolgt schrittweise und wird über mehrere Wochen verteilt.

Was sind Passkeys?

Ein Passkey ersetzt das klassische Passwort durch ein kryptografisches Schlüsselpaar. Der private Schlüssel verbleibt sicher auf dem Gerät des Benutzers, während der öffentliche Schlüssel bei Microsoft gespeichert wird.

Die Anmeldung erfolgt anschließend beispielsweise über:

  • Windows Hello
  • Face ID
  • Touch ID
  • Fingerabdrucksensor
  • PIN des Geräts
  • Hardware-Sicherheitsschlüssel (FIDO2)

Dadurch muss weder ein Passwort eingegeben noch eine SMS empfangen werden.

Warum setzt Microsoft auf Passkeys?

Der wichtigste Grund ist die Sicherheit.

SMS und Telefonanrufe gelten inzwischen nur noch als eingeschränkt sicher. Angriffe wie:

  • Phishing
  • SIM-Swapping
  • Social Engineering
  • Man-in-the-Middle-Angriffe

können diese Verfahren unter Umständen umgehen.

Passkeys sind dagegen phishing-resistent. Selbst wenn ein Benutzer auf einer gefälschten Webseite landet, kann der Passkey dort nicht missbraucht werden, da er kryptografisch an die echte Website gebunden ist.

Vorteile für Unternehmen

Der Umstieg bringt nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch Komfort.

Höhere Sicherheit

Passkeys verhindern viele typische Angriffe auf Benutzerkonten und reduzieren das Risiko kompromittierter Zugangsdaten erheblich.

Einfachere Anmeldung

Statt Codes abzutippen genügt meist ein Fingerabdruck oder ein Blick in die Kamera.

Weniger Helpdesk-Aufwand

Passwort-Resets gehören zu den häufigsten Supportfällen in Unternehmen. Mit passwortlosen Verfahren sinkt dieser Aufwand deutlich.

Bessere Benutzererfahrung

Die Anmeldung erfolgt schneller und komfortabler – sowohl am PC als auch auf mobilen Geräten.

Was sollten Administratoren jetzt tun?

Microsoft empfiehlt Unternehmen ausdrücklich, den Wechsel nicht erst mit Beginn der automatischen Einführung anzugehen.

Sinnvolle Vorbereitungsschritte sind:

  • Prüfen, welche MFA-Methoden derzeit genutzt werden.
  • Passkeys und FIDO2-Richtlinien in Entra ID konfigurieren.
  • Pilotgruppen für die Einführung definieren.
  • Benutzer frühzeitig informieren.
  • Dokumentationen und Helpdesk-Prozesse anpassen.
  • Alte SMS- und Telefonverfahren langfristig zurückdrängen.

Wer bereits Windows Hello for Business oder FIDO2-Schlüssel nutzt, hat einen Großteil der Vorbereitung bereits erledigt.

Fazit

Mit der Umstellung macht Microsoft deutlich, wohin die Reise geht: Passwortlose und phishing-resistente Authentifizierung wird zum neuen Standard.

Für Unternehmen ist dies eine gute Gelegenheit, ihre Identitätssicherheit zu modernisieren und gleichzeitig den Anmeldekomfort für Mitarbeiter zu verbessern. Wer frühzeitig auf Passkeys umstellt, vermeidet spätere Umstellungshektik und profitiert sofort von einem deutlich höheren Sicherheitsniveau.

Die klassische Kombination aus Passwort und SMS-TAN dürfte damit in den kommenden Jahren endgültig aus den meisten Unternehmensumgebungen verschwinden.