Inhaltsverzeichnis
Ende der Sicherheitsupdates Server 2012 R2
Der 10. Oktober 2023 ist der letzte "Patchday", an dem Microsoft #Sicherheitsupdates #endoflife für sein Server-Betriebssystem "Windows Server 2012 R2" ausrollt. Danach ist mit mehr oder weniger kritischen Sicherheitslücken zu rechnen, die nicht mehr geschlossen werden. Diese Server sind dann - nicht nur als Terminalserver - angreifbar und werden von Kriminellen genutzt werden, um Schadsoftware zu installieren und Daten- und Identitätsdiebstahl zu betreiben.
[time_until date="10.10.2023"]
Bin ich betroffen?
Server 2012 R2 sind in der Regel erkennbar an der türkisfarbenen Taskleiste mit Startknopf links und dem bildschirmfüllenden Startmenü, das auch unten links den Startknopf hat:

Um herauszufinden, ob Sie noch Server 2012 im Einsatz haben und wie viele mit welcher Software, empfehlen wir unsere IT-Dokumentation. Diese liefert Ihnen nicht nur die 2012er Server, sondern auch ein komplettes Software und Hardware-Inventar und einer IST-Aufnahme nach BSI-Standard 200-1.
Soll die IT-Dokumentation für die Verbandsprüfung oder zur Dokumentation für Versicherungen genutzt werden, empfiehlt sich der IT-Sicherheitscheck, der Ihnen ein Testat nach dem BSI-Standard 200-1 und IDW PS330 liefert. Er wird durch einen TÜV-zertifizierten IT-Security Manager und -Auditor ausgeführt.
Kontaktieren Sie mich gern bei Fragen oder zur Beauftragung über das Kontaktformular des Syskoportals.
Was kann ich tun?
- Neuinstallation der Programme auf Server 2019 bzw. 2022 und Umzug der Daten und Programme sind empfehlenswert. Server 2016 ist auch möglich, die Sicherheitsupdates enden hier aber bereits im September 2025 - also nur zwei Jahre später.
- Bei Verwendung der Server On-Premises müssen dazu meist neue CALS und teure Server-Betriebssystem-Lizenzen (meistens in der Datacenter-Edition) angeschafft werden. Nur wenn Sie Ihre VM-Hosts bereits mit einer Server 2019 oder neuer Lizenz angeschafft haben, ist die Migration auf eines der Betriebssysteme ohne weitere Lizenzkosten. Das gilt auch nur dann, wenn die Windows Server CALS ebenfalls auf eins der neueren Betriebssysteme lauten. Zusätzlich müssen bei Terminalservern die RDS-CALs zum neuen Betriebssystem passen - ansonsten neu angeschafft werden.
- Wenn Sie die betroffenen bereits in Microsoft Azure (IaaS) betreiben, können Sie auf den Server 2012 Betriebssystemen noch weiter drei Jahre Updates installieren, da im Rahmen der Cloud-Miete die sonst kostenpflichtigen ESU Updates bezogen werden können. Eine Modernisierung ist dennoch empfehlenswert, um die Update-Handlungen zu vereinheitlichen. Zumal nur Dienstleistungs- und keine Lizenzkosten dafür anfallen.
Ich habe meine Server On-Premises - wie komme ich in die Cloud?
Beauftragen Sie den Cloud Readiness Check und wir prüfen, welche Schritte notwendig und angezeigt sind, um hochpreisige Hardware-Neuanschaffungen und immer kürzeren Software-Updates Zyklen zu begegnen.
Ihr Ansprechpartner ist Andreas Lübke. Gern können Sie sich auch an die Kontaktpersonen in Ihrer Business Unit wenden.
FAQ
[faq]Woran erkenne ich Server 2012 R2|=|An der türkisfarbenen Taskleiste mit Startknopf links oder nach Eingabe von Winver - oder Sie beauftragen eine IT-Dokumentation oder den IT-Sicherheitcheck||
Sind Server in Azure betroffen|=|Nein, da für die die ESU-Updates gelten. Trotzdem ist eine Migration auf Server 2019 (mindestens 2016) empfohlen||
Kann ich meine Server in die Cloud migrieren|=|Der obligatorische Cloud-Readiness Check beantwortet alle Erfordernisse||
Kann ich ESU einzeln kaufen bei Microsoft?|=|Nein, ESU steht nur Enterprise-Kunden und Cloud-Kunden von Microsoft zur Verfügung. Für die Verwendung On-Premises ruft Microsoft sehr hohe monatliche Gebühren pro Server bzw. Endgerät auf.||
Sind Windows Endgeräte auch betroffen?|=|Sofern Sie noch Rechner mit Windows 8.1 (Pro) im Einsatz haben, sind bereits jetzt einige Softwareprodukte nicht mehr darauf lauffähig. Ein Upgrade auf Windows 10 Pro (ja, wir raten weiterhin von Windows 11 Pro ab!) ist empfehlenswert. Da solche Rechner meist 8-10 Jahre alt sind, am besten kombiniert mit Austausch der Hardware[/faq]
Alte Windows-Server nicht mehr erreichbar
Mit dem Juni 2022 kumulativen Update für alle derzeit unterstützten Windows Server ab Version 2012 R2 aktiviert Microsoft DCOM Server-Sicherheitsfeatures, die die Kommunikation mit Servern, die am Ende der Laufzeit (EOL) für Sicherheitsupdates sind oder ein bereits im Juni 2021! veröffentlichtes Update NICHT installiert haben.
Betroffene Server können beispielsweise von der Datensicherungssoftware nicht mehr erreicht werden, sind also nicht mehr gesichert. Auch Monitoring-Programme können diese Server nicht mehr überwachen. Mehrere andere Programme können die Server nicht mehr erreichen, weil nur eine gesicherte DCOM Kommunikation erlaubt ist.
Workaround währt nicht lange
Derzeit kann man über eine Gruppenrichtlinie für die Server ab 2012 R2 die Kommunikation zwar wieder einschalten, mit dem Patchday im März 2023 wird aber auch dieser Schalter abgestellt. Wie der Workaround funktioniert, ist im verknüpften Microsoft Artikel beschrieben
Nachhaltige Lösung
Wer noch Windows Server 2008 R2 einsetzt, sollte sich Gedanken über die darauf installierte Software machen und diese Produkte ablösen. Auch die Laufzeit von 2008 R2 in der Azure Cloud (und im ESU-Modell) ist mit Ende 2023 fest.
Zum Modernisieren können Server in Microsoft Azure als Mietmodell eingesetzt werden oder neue Hardware mit OEM-Betriebssystem-Lizenzen beschafft werden. In jedem Fall sollten Sie sich kurzfristig von nicht mehr unterstützten Servern trennen und mittelfristig auch von Server 2012 R2 Instanzen. Im letzteren Fall ist die Azure Cloud eine Möglichkeit, zumindest Server 2012 R2 länger als bis September 2023 einzusetzen, falls unbedingt notwendig.
Fazit
- Schaffen Sie Windows Server 2008 R2 Systeme ab und modernisieren diese durch Neuinstallation in Azure oder Neubeschaffung On-Premises.
- Sorgen Sie bei allen Servern ab 2012 R2 für monatlich aktuelle Updates. Versicherungen kürzen die Leistung im Schadenfall, wenn die Patches nicht monatsaktuell (mit Toleranzzeit von einer Woche) installiert sind.
- Übergangsweise können Sie auf den Servern den Registry-Schlüssel setzen. Das verschafft Ihnen Zeit, zu modernisieren
Microsoft-Artikel KB5004442 zu den Sicherheitsänderungen
https://support.microsoft.com/de-de/topic/kb5004442-verwalten-von-%C3%A4nderungen-f%C3%BCr-die-umgehung-von-windows-dcom-server-sicherheitsfeatures-cve-2021-26414-f1400b52-c141-43d2-941e-37ed901c769c
Exchange online: Basic Auth wird eingestellt
Ab 01. Oktober 2022 beginnt Microsoft damit, die sogenannte Basic Authentication - Authentifizierung an #Exchange online abzuschalten. Damit ist der Zugang zu dem Online-Dienst mit alten, nicht mehr unterstützten Outlook Programmen nicht mehr möglich. Neuere Outlook Versionen bzw. Outlook aus dem #Microsoft365 Plan sollten durch den Administrator umgestellt werden, dass sie nur noch das neue Verfahren zulassen (Gruppenrichtlinie).
Im Zuge der Analyse stellen wir immer wieder fest, dass mit zu trivialen und nicht geheimen Kennwörtern der Zugang zu den Mailboxen ermöglicht wird. Ist Ihr Unternehmen (aka. Microsoft Tenant) mit Microsoft 365 Business Premium oder E3-Plänen ausgestattet und Ihr Exchange online verfügt über das Sicherheitspaket, können Sie die sogenannte Zweifaktor-Authentifizierung (2FA) einrichten (lassen) und für mobile Mitarbeitende zur Pflicht machen. Auf dem Smartphone des Mitarbeitenden ist dann die Microsoft Authenticator-App installiert, die eine sichere Anmeldung am Microsoft Arbeitskonto ermöglicht. Für administrative Accounts sehe ich die Nutzung von 2FA als unbedingt notwendig, für die Benutzer ist sie zumutbar und bringt ein deutlich höheres Level an Sicherheit.
Zusätzlich sollte (obwohl keine regelmäßige Änderung von Kennworten vorgeschrieben noch sinnvoll ist), EINMAL eine Grundsicherheit der Kennwörter hergestellt werden, um Datenverlust, Hackbarkeit, Verstöße gegen die DSGVO und sogar strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Microsoft wird die Basic Authentication mit einem Sicherheitsupdate auch für die On-Premises Exchange Server entfernen. Wenn Sie den Exchange-Server noch im Hause betreiben, ist der Umstieg in die Online-Variante bereits jetzt umso sinnvoller.
Microsoft
Reboot Januar-Fehler gepatcht
Mit dem #Januar-Patch hatte Microsoft #Reboot Schleifen in die Domänencontroller ab Server 2012 R2 eingebaut und auch L2TP-VPNs (die sehr selten sind) ließen sich nicht mehr aufbauen. Nun gibt es Patches für die Patches, die ab sofort im Windows Update Katalog installiert werden können: Die Patches liegen damit im Rahmen der Karenzzeit zum Installieren nach BSI-Grundschutz und sollten umgehend angewendet werden.Reboot tut nicht gut – Januar-Fehler
Mit dem Patchday von Januar hat Microsoft einige Sicherheitslücken zu gut geschlossen – das Installieren des kumulativen Patches für bei allen Server-Betriebssystemen (2012 R2 bis 2022) zu erneuten Problemen.
Diesmal starten Domänen-Controller in einer Endlosschleife neu, sobald sich jemand anmeldet. Hyper-V-Hosts mögen nach dem Update in einigen Fallen gar nicht mehr starten.
Bei Windows (8.1 – 11) Clients wird, wenn man ein L2TP-VPN einsetzt (kommt eher selten vor) die Verbindung auch nicht aufbaubar sein.
Microsoft hat gestern den Patch zurückgerufen. Wer ihn aber schon auf den genannten Funktionstypen installiert hat, wird einigen Aufwand haben, ihn wieder los zu werden. (WU-Dienst stoppen, Softwaredistribution Ordner leeren, deinstallieren, Reboot). Auch wenn zu erwarten ist, dass Microsoft kurzfristig einen Patch zum Patch herausbringen wird, raten wir, den installieren Knopf auf Domänen-Controllern und HV-Hosts NICHT zu drücken.
Die Karenzzeit, in der Updates eingespielt werden müssen (Richtwert für Versicherungen) liegt bei Patchday + 7 Tage. Dadurch, dass Microsoft in diesem Fall das Update komplett zurückgezogen hat, gehen wir davon aus, dass die Zeitrechnung, bis wann das installiert werden muss, mit dem erneuten Rollout des Patch vom Patch beginnen wird.
Fazit: Die Januar-Patches auf Domänen-Controllern und Hyper-V-Hosts solange nicht installieren, bis Microsoft einen Fix ausliefert.
Exchange (On-Prem) 2022 Fehler
Weil die #Exchange Server 2013/16/19-Versionen einen Fehler haben, der verhindert dass ab 1.1.2022 E-Mails versendet werden, hat Microsoft einen Notfall-Patch in Form einer Anleitung, was zu tun ist, um den Fehler zu beheben.
Beim Exchange 365 (online) tritt dieser Fehler nicht auf. Wer also noch einen Exchange Server 20xx im eigenen Hause oder bei einem Dienstleister betreibt, muss handeln, um wieder E-Mails zu versenden/empfangen zu können.
Microsoft Anleitung und Script, um den Fehler zu beheben
https://techcommunity.microsoft.com/t5/exchange-team-blog/email-stuck-in-exchange-on-premises-transport-queues/ba-p/3049447
