Drucken oder nicht – Novemberpatch und Typ4-Treiber

November Patch Nightmare = Oktober Patch Nightmare

(Update vom 14.11.2021: In Kürze kommt ein Patch von Microsoft heraus, der auch die RPC-Druckfehler beseitigen soll)
Mit dem 2021 werden die unten genannten Registry keys als Gruppenrichtlinie installiert und/oder in der Registry der Wert 1 gesetzt. Das bedeutet, nach Neustart der und Terminalserver kann wieder nicht mehr gedruckt werden, wenn man kein Domain Admin ist. Die Forderung von BSI und Versicherungen, Sicherheitsupdates innerhalb von 7 Tagen zu installieren, bleibt bestehen. Wer das Update installiert, wird die untenstehenden Registry-Einstellungen bzw. GPOs wieder auf Wert Null setzen und einen erneuten Restart der Server hinlegen müssen. Vom Oktober Fehler waren auch Typ4-Treiber betroffen. So konnte ein Client zwar drucken, es wurden aber nur rudimentäre Standard Eigenschaften des Point&Print Compatibility Treibers angezeigt (also quasi Notlauf). Mit dem November Patch wurde letztgenannter Typ4-Fehler behoben.

Microsoft Patchday Oktober Änderungen

https://support.microsoft.com/en-us/topic/october-12-2021-kb5006669-os-build-14393-4704-bcc95546-0768-49ae-bec9-240cc59df384

Microsoft Known Issues November – man wird auf einen „Patch vom Patch“ warten müssen, wenn man betroffen ist

https://docs.microsoft.com/en-us/windows/release-health/status-windows-10-21h1#1724msgdesc

Sofortmaßnahmen: Registry und Powershell

Print geht mit dem Oktober-Patch in die siebte Runde: Wer seine Systeme bestmöglich absichern möchte, kann das November-Update installieren. Damit weiterhin gedruckt werden kann, müssen vorher zwei Registry Schlüssel gesetzt werden. Außerdem müssen alle beteiligten Server und Endgeräte mindestens den August 2021 Patchlevel haben. Danach die betreffenden Systeme neu starten und dann erst das Update installieren. Laut Meldungen in der Microsoft Community (und empirischen Beweis in eigener Umgebung) kann danach wieder auf Netzwerkdrucker im LAN gedruckt werden. Das Installieren des Patches ist unter Risikoaspekten deshalb empfehlenswert, weil eine viel kritischere Lücke (MSxHTML) geschlossen wurde, die das Ausführen von Schadcode bereits in der Vorschauansicht des Windows Explorers erlaubte.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Druckertreiber der verwendeten Drucker auf dem aktuellen Stand sind. Hierzu müssen sie auf dem Druckserver aktualisiert werden. Mit den Registry-Einstellungen sollte dann auch der User auf einem Terminalserver mit dem neuen Treiber versorgt werden, ohne dass es zu einer Fehlermeldung kommt. Hier die Codezeilen der .reg-Datei:

Windows Registry Editor Version 5.00
[HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Control\Print]
"RpcAuthnLevelPrivacyEnabled"=dword:00000000
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows NT\Printers\PointAndPrint] "RestrictDriverInstallationToAdministrators"=dword:00000000
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Policies\Microsoft\FeatureManagement\Overrides] 
"713073804"=dword:00000000
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Policies\Microsoft\FeatureManagement\Overrides] 
"1921033356"=dword:00000000
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Policies\Microsoft\FeatureManagement\Overrides] 
"3598754956"=dword:00000000

Zusätzlich zu den Registry-Einstellungen und dem Neustart muss der folgende Befehl an einer administrativen Powershell eingegeben werden:

Get-ScheduledTask -TaskName "ReconcileFeatures" | Start-ScheduledTask

Aktualisierung der Druckertreiber auf V4-Benutzermodus

Da nicht sicher ist, ob Microsoft die oben genannten Registry-Einstellungen weiter beibehalten wird, ist eine nachhaltige Lösung, sofern möglich, die Umstellung der Windows-Drucker-Treiber auf sogenannte . Im Regelfall finden sich in der Druckerverwaltung überwiegend V3-Druckertreiber. Diese stellen dann langfristig ein latentes Problem dar.

  • Rufen Sie dazu die Windows Druckverwaltung am Printserver auf
    • Drucker: in der Liste ist erkennbar, ob der Treiber Typ3-Benutzermodus oder schon Typ4 ist
    • Ist er Typ 3, bitte auf die Herstellerseite gehen und nach dem Treiber für das angezeigte Modell suchen
    • Unter Basistreiber in der Auflistung tauchen (z.B. beim HP Laserjet-M402) dann ein V3-Treiber und ein V4-Treiber auf. Den V4-Treiber herunterladen
    • Unter Treiber, Treiber hinzufügen diesen in die Liste bringen
    • Unter Drucker bei jedem Drucker in die Eigenschaften, unter Erweitert, Treiber den neuen V4-Treiber auswählen
    • Danach in den Eigenschaften unter Allgemein (Einstellungen), Erweitert (Standardwerte) die Schacht- und sonstige Einstellungen neu setzen, ggf. bei Geräte-Einstellungen die anderen Schächte ausschalten
  • Verbinden Sie dann an allen Clients und/oder Terminalservern die Drucker neu, damit diese den neuen Treiber verwenden
    • Je nach Druckerhersteller reicht es dazu, sich am Endgerät/Terminalserver als Domain Admin anzumelden und alle Drucker zu verbinden. Dadurch werden maschinenweit die neuen Treiber gezogen.
    • Ggf. müssen für jede Sitzung (jeden Benutzer) die Druckerverknüpfungen erneuert werden (dazu haben viele Kunden für jeden Benutzer die „Druckerverknüpfungen“. Der Benutzer kann dann alle Drucker rauslöschen und sie erneut verbinden und einen zum Standarddrucker machen.
  • Drucktest machen

Gibt es für von Ihnen verwendete Drucker keinen V4-Treiber vom Hersteller (das ist insbesondere bei älteren Modellen der Fall, bleibt das Risiko, dass irgendwann die Registry-Schlüssel nicht mehr funktionieren und diese Drucker ersetzt werden müssen. Dazu haben wir in unserem Technik-Shop das Model M404 von HP und das Modell Kyocera ECOSYS P2040dn. Für beide sind V4-Treiber erhältlich.

Wenn alles nicht hilft – Checkliste

Die von Microsoft genannten „Workarounds“ beschreiben bestimmte Voraussetzungen. Prüfen Sie, ob Sie alle erfüllen:

  • Welche Drucker (Hersteller, Modelle) sind betroffen?
  • Welchen Updatestand haben die (alle) Terminalserver (Mindestens Update von August 2021 muss drauf sein.
  • oder Welchen Softwarelevel haben die Windows 10 Clients (muss mindestens 19043.1288 sein)
  • Sind die beiden Registry-Schlüssel überall gesetzt? (Druckserver, Terminalserver, AVD-Pools) – vorsichtshalber diese Schlüssel VOR dem Neustart nach dem November Update nochmal setzen bzw. die GPO kontrollieren.
  • Sind die über den Druckserver verbundenen Drucker im selben Netzwerk oder per vpn (Clientdrucker im Homeoffice)? Clientdruck wird in einigen Fällen nicht funktionieren.

Unterstützung durch die GWS

Sie trauen sich das nicht selbst zu? Erstellen Sie dazu bitte einen Support-Vorgang im Extranet. Wir melden uns schnellstmöglich und stimmen alles weitere mit Ihnen ab.

4 Gedanken zu “Drucken oder nicht – Novemberpatch und Typ4-Treiber

  1. Gibt es schon Information, wann auf den Terminalservern die Updates installiert werden können und trotzdem gedruckt werden kann ?

    1. nach bisherigen Erkenntnissen kann auch mit den meisten Typ3-Druckertreibern dann mit Patch weitergedruckt werden, wenn die Registry-Schlüssel VOR dem installieren eines Patchlevels ab September installiert werden. Ist auf Terminalservern oder Printservern und auf Clients (AVD und Windows 10 lokal) ein kumulatives Update seit September installiert, muss vor dem Setzen der Registry entfernt werden. Alle Systeme müssen aber vor dem Registry Schlüssel setzen Patchlevel von August 2021 haben. Gibt es für Ihre Drucker Typ-4 Druckertreiber, gab es im Oktober zwar auch einen Fehler in den Drucker-Einstellungen, es konnte jedoch trotz Patch weiter gedruckt werden. Im November-Patch gibt es Probleme, wenn zwischen Client und Druckerspooler nicht alle Ports offen waren (z.B. bei Nutzung vom Homeoffice über ein VPN). Diese Probleme sind nun (Stand 13.11.) gelöst, müssen aber von Microsoft noch in Form eines Patches verteilt werden.

    1. Leider hat Microsoft im Oktober-Patch auch einen Fehler für Typ 4 Treiber eingebaut. Es kann zwar gedruckt werden, es stehen aber nur Basisfunktionen (Point and Print Compatibility Treiber) zur Verfügung.
      Wenn das Problem hoffentlich bald gelöst ist, sind bei Kyocera Druckern normalerweise die KPDL-basierten Treiber besser als PCL6, bei HP-Druckern ist es PCL6. Sobald verfügbar, für Drucker den Universaldruckertreiber des Herstellers verwenden. XPS-Druckertreiber sind nicht empfohlen.
      KX Printer Driver (v.8.2.0623) –> V3 Treiber, viele Funktionen, Sicherheitslücken möglich
      KX v4 Printer Driver (v.6.0.1527) –> V4-Treiber, derzeit (Oktoberpatch) problematisch, besser gegen Angriffe geschützt.

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